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Meine erste Reise im Rollstuhl #t3dd15

Die Devdays 2015 sind vorbei, ich bin gut zuhause angekommen und kann auf meine erste Reise im Rollstuhl und einen ganzen Sack von neuen Erfahrungen zurückblicken.

Zur Vorgeschichte

Am 20. März 2015 war plötzlich über Nacht die Welt nicht mehr wie vorher. Als Selbstständige hatte ich mir nicht vorstellen können mal länger als 24 Stunden, na vielleicht 48 Stunden, krank zu sein, aber länger kam in meiner Lebensplanung nicht wirklich vor.

Ich konnte seitdem feststellen, dass die Zeit auch ohne arbeiten zu können, nur so dahinrast. 5 Monate zwischen dem Kampf gegen Taubheit und Lähmungen in den Armen und Beinen, einfach nur abwarten lernen, Arztbesuchen und diversen Krankenhausaufenthalten. Seit Mai durfte ich mich dann ein ganz kleines bisschen an den Rollstuhl gewöhnen: meistens nur im Haus oder Krankenhaus, einem Einkauf, 2 geschobenen Spaziergängen und einem begleiten Besuch im UPH zur Vorbereitung von T3CRR15. Dann stand die schwere Entscheidung an, traue ich mich so zu verreisen und dann gleich nach Nürnberg zu den DevDays 2015 (t3dd15)? Nach dem grünen Licht des Arztes und der Krankenkasse, bekam ich gleich Planungshilfen von Freunden, dem #t3dd15 Orgateam und der Jugendherberge Nürnberg und die Idee trotzdem zu fahren, wurde zu einem gewollten Selbstläufer.

Die Anreise

Am 15.07. startete das Abenteuer am Dortmunder Hauptbahnhof, der keine Aufzüge besitzt. Lerneffekt, man muss einen Transport im Rollstuhl zum Gleis 18 mit dem Lastenaufzug ankündigen. Mit sehr viel dokumentierten Unmut, erbarmte man sich unser. Meine mich begleitende Freundin und ich wurden durch die Katakomben zu dem Lastenaufzug, und dann auf Gleis 18 gebracht. Erste Hürde geschafft und der Schaffner auf Gleis 18 tröstete uns, in Nürnberg ist alles Behinderten gerecht, also alles kein Problem. Dort angekommen, den Beschilderungen gefolgt, endete die Behindertenfreundlichkeit vor dem Baugerüst, das die Rampe versperrte ...Oh weh

Die Tage vor Ort

Mit einem mulmigen Gefühl erreichten wir per Taxi die Jugendherberge, um dann einfach tolle Tage zu erleben. Zum Glück hatte ich bereits vorher ansatzweise gelernt, nur fragenden Menschen kann geholfen werden... Da man schlecht Teller und Getränke halten und gleichzeitig die Räder bewegen kann, brauchte ich so oder so bei jedem Essen holen Hilfe, bei den DevDays kein Problem. Wenn die Arme nicht mehr wollen, kann man nicht mehr die Rollstuhlräder bewegen - kein Problem Jana sah es, ohne dass ich es sagte :-) und war sie nicht zur Stelle, gab es sofort andere hilfsbereite Teilnehmer.

Oliver half mir mit Massagen. Jana, Andrea, Alexander, Tom, Ben, Ingo, Natalie, Marc, René sowie Florian und der Koch der Jugendherberge und viele mehr..., alle versuchten mir alle Wünsche von den Augen abzulesen, ein wunderbares Gefühl. Dies geschah auf eine so tolle Art, dass ich immer das Gefühl hatte, ich kann es gerne annehmen, kein falscher Stolz mich in dem Moment abhielt. Als der Stolz dann doch mal dazwischen funkte und Kopfsteinpflaster im Biergarten zur unüberwindbaren Hürde wurde, kann ich rückblickend sagen, der Stolz war unangebracht und hat mich selber um die leckeren Grillerzeugnisse gebracht. Selber schuld. Die Rückreise war super, Alexander hat mich prima bis nach Bergkamen gefahren und einen größeren Umweg in Kauf genommen.

Fazit: Die Feuertaufe im Rollstuhl zu den Devdays zu müssen (wollen), war in der T3Community kein Problem. In der T3Community wird man weder verhungern noch verdursten. Man nimmt am Geschehen teil, ist weiter mittendrin und dafür möchte ich nochmals allen DANKEN, die mir so tatkräftig zur Seite standen.

Trotz dieser äußerst positiven Erfahrungen hoffe ich sehr, die nächsten DevDays herumspringend zu erleben, sollte es anders kommen, wird es meine Vorfreude nicht mindern und  mich nicht abhalten, in diesem Sinne alles Gute und auf #t3dd16.

Sorry, nun lassen mich meine Finger gerade im Stich, falls ich Buchstabendreher drin habe ..., sobald die Finger mir wieder ansatzweise folgen, korrigiere ich diese .....die englische Übersetzung kann ich auch erst später in die Tasten hauen…

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